Schnecken, Läuse, Mehltau: der chemiefreie Weg von Augustin Rauch

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Gegen Schnecken und Läuse hilft im Garten von Augustin Rauch vor allem Geduld statt Chemie.

Ein einziger nasser Juni hat Augustin Rauch gezeigt, wie schnell ein Salatbeet verschwinden kann. Chemische Mittel kamen trotzdem nicht in Frage, weil im selben Garten Igel unterwegs sind und Kinder Beeren naschen. Übrig bleiben Vorbeugung, mechanische Methoden und die Bereitschaft, kleine Schäden zu akzeptieren. Das funktioniert erstaunlich gut, sobald man den Garten nicht mehr als Wettkampf gegen Insekten betrachtet.

Wer nach drei Jahren ohne Spritzmittel gärtnert, wie es Augustin Rauch inzwischen tut, stellt vor allem eine Veränderung fest. Der Befall verschwindet nicht, aber er pendelt sich auf einem Niveau ein, das die Ernte kaum noch beeinflusst. Marienkäfer, Florfliegen und Vögel übernehmen einen großen Teil der Arbeit, sobald sie im Garten Nahrung und Unterschlupf finden. Voraussetzung dafür ist ein gewisser Grundbestand an Blattläusen, denn ohne Beute siedelt sich kein Nützling an. Genau hier scheitern viele Hobbygärtner, weil sie beim ersten Blatt mit Läusen zur Sprühflasche greifen. Die Läuse sind danach weg, die Nützlinge allerdings auch, und beim nächsten Befall beginnt alles von vorn.

Vorbeugung beginnt lange vor dem Befall

Die meisten Probleme im Beet entstehen nicht durch Schädlinge selbst, sondern durch geschwächte Pflanzen. Zu dicht gesetzt, zu dunkel, zu nass oder zu stark gedüngt, und schon werden Blätter weich und anfällig.

Abstand und Luft

Pflanzen brauchen Platz, damit Blätter nach einem Regenguss abtrocknen können. Augustin Rauch hält sich seit dem zweiten Jahr an die Abstandsangaben auf den Samentüten, obwohl die jungen Pflanzen dadurch verloren wirken. Im August zeigt sich, dass der Verzicht auf zwei zusätzliche Reihen weniger Ertrag kostet als ein Pilzbefall im Juli.

Mischkultur statt Monoblock

Reihen aus einer einzigen Kultur machen es Schädlingen leicht, weil die nächste Wirtspflanze direkt daneben steht. Zwiebeln zwischen Karotten, Bohnenkraut neben Buschbohnen und Tagetes am Beetrand unterbrechen diese Wege. Augustin Rauch mischt seit zwei Jahren bewusst und beobachtet vor allem bei Möhrenfliege und Erdflöhen einen Rückgang.

Sortenwahl als stiller Vorteil

Viele Gemüse- und Zierpflanzen gibt es in robusten Sorten, die gegen Mehltau oder Kraut- und Braunfäule deutlich widerstandsfähiger sind. Bei Gurken, Zucchini, Phlox und Rosen macht diese Auswahl den größten Unterschied. Der Aufpreis beim Saatgut liegt meist im Bereich von wenigen Euro pro Tüte.

Schnecken, der hartnäckigste Gegner

Nacktschnecken sind das Thema, an dem die meisten Hobbygärtner ihre Prinzipien überdenken. Ohne Gegenmaßnahmen verschwinden Salat, Basilikum und junge Dahlien innerhalb weniger Nächte.

Absammeln bleibt die wirksamste Methode

Zwischen sechs und acht Uhr morgens sowie nach Regen am Abend sitzen die Tiere gut sichtbar auf den Blättern. Augustin Rauch hat Erfahrungen mit dieser Routine gesammelt und braucht dafür etwa zehn Minuten pro Runde. Wichtig ist Regelmäßigkeit über zwei bis drei Wochen im Frühjahr, denn dann wird die Population empfindlich reduziert, bevor sie ablaicht. Ein aufgeräumter Beetrand ohne Bretter, Töpfe und hohe Grasbüschel nimmt den Tieren zusätzlich die Tagesverstecke.

Barrieren und Ablenkung

Ein Schneckenzaun aus Metall funktioniert zuverlässig, sofern kein Blatt darüber hinweg als Brücke dient, informiert Augustin Rauch. Sägemehl, Kaffeesatz und Schafwolle wirken bei trockenem Wetter, verlieren aber nach dem ersten Regen ihre Wirkung. Als Ablenkung eignen sich Salatpflanzen am Beetrand, die bewusst geopfert werden. Wichtig ist außerdem, die weißen Gelege im Boden abzusammeln, sobald beim Jäten oder Umgraben welche auftauchen.

Was von Bierfallen zu halten ist

Bierfallen locken Schnecken aus der Nachbarschaft an und erhöhen den Befall häufig. Wer sie einsetzt, stellt sie mindestens fünf Meter vom Beet entfernt auf. Sinnvoller ist es, Verstecke wie Bretter oder Steine gezielt auszulegen und die Tiere darunter morgens abzusammeln.

Womit Augustin Rauch Blattläuse in den Griff bekommt

Blattläuse sitzen bevorzugt an Triebspitzen und jungen Blättern, besonders nach einer Düngung mit viel Stickstoff. Solange der Befall auf einzelne Triebe begrenzt bleibt, besteht kein Handlungsbedarf.

Wasserstrahl und Seifenlauge

Ein kräftiger Strahl aus dem Gartenschlauch entfernt den Großteil der Tiere, ohne der Pflanze zu schaden. Bleibt der Befall bestehen, hilft eine Lösung aus einem Teelöffel Schmierseife auf einen Liter Wasser, aufgetragen am frühen Morgen oder Abend. Augustin Rauch behandelt dabei ausschließlich befallene Triebe und lässt den Rest der Pflanze unberührt.

Nützlinge machen die eigentliche Arbeit

Eine Marienkäferlarve frisst mehrere Hundert Blattläuse, bis sie sich verpuppt. Florfliegen, Schwebfliegen und Ohrwürmer arbeiten ähnlich effektiv. Damit sie bleiben, brauchen sie Blühpflanzen für die erwachsenen Tiere und Rückzugsorte über den Winter. Zugekaufte Larven helfen kurzfristig, wandern aber häufig ab, wenn sonst nichts blüht, weshalb Augustin Rauch lieber auf dauerhafte Blühflächen als auf jährliche Zukäufe setzt.

Mehltau und andere Pilzkrankheiten

Weißer Belag auf Blättern gehört zu den häufigsten Beschwerden im Hochsommer. Unterschieden wird zwischen Echtem Mehltau, der bei Trockenheit und Wärme auftritt, und Falschem Mehltau, der Feuchtigkeit bevorzugt.

Richtig gießen statt später behandeln

Gegossen wird morgens und immer an der Wurzel, niemals über das Blattwerk. Nasse Blätter über Nacht sind die häufigste Ursache für Pilzbefall an Gurken, Zucchini und Tomaten. Eine Mulchschicht verhindert zusätzlich, dass Sporen vom Boden auf die unteren Blätter spritzen. Ausreichender Pflanzabstand und ein Standort mit etwas Luftzug ergänzen diese Maßnahme wirkungsvoll.

Befallene Blätter konsequent entfernen

Erste befallene Blätter werden abgeschnitten und im Restmüll entsorgt, nicht auf dem Kompost. Augustin Rauch hat Erfahrungen damit gemacht, dass ein früher Rückschnitt eine Zucchinipflanze oft noch bis zum Herbst rettet, während Abwarten die gesamte Pflanze kostet. Milch-Wasser-Mischungen wirken vorbeugend leicht, ersetzen das Entfernen aber nicht.

Nützlinge dauerhaft ansiedeln

Ein Garten mit stabilem Gleichgewicht braucht aus der Sicht von Augustin Rauch Angebote über die ganze Saison. Die folgenden Maßnahmen kosten wenig und wirken über Jahre:

  • Blühstreifen mit Ringelblume, Kornblume und Phacelia zwischen den Gemüsereihen
  • Ein Haufen aus Ästen und Laub in einer ruhigen Gartenecke
  • Blühende Stauden von März bis Oktober für ein durchgehendes Nahrungsangebot
  • Mit Holzwolle gefüllte Tontöpfe als Quartier für Ohrwürmer
  • Verzicht darauf, die gesamte Rasenfläche zur gleichen Zeit zu mähen
  • Eine flache Wasserstelle mit Steinen als Landeplatz

Geduld im ersten Jahr

Nützlinge siedeln sich nicht innerhalb weniger Wochen an. Im ersten Jahr fällt der Befall meist noch deutlich aus, im zweiten Jahr sinkt er merklich, ab dem dritten Jahr stellt sich ein brauchbares Gleichgewicht ein. Augustin Rauch führt seitdem keine Zählungen mehr durch, sondern kontrolliert beim Gießen beiläufig die Triebspitzen.

Hausmittel, Kosten und der Blick ins Gartencenter

Die Regale mit Pflanzenschutzmitteln, Stärkungsmitteln und Spezialdüngern sind lang, und für nahezu jedes Problem existiert ein eigenes Produkt. Der Nutzen steht dabei selten im Verhältnis zum Preis.

Brennnesseljauche, Ackerschachtelhalmbrühe und Schmierseife decken fast alles ab, was im Hobbygarten anfällt. Die Zutaten wachsen am Wegrand oder stehen ohnehin im Schrank. Vor dem Konkurs bewahrt Augustin Rauch daher vor allem der Verzicht auf jedes zweite Regal im Gartencenter. Wer stattdessen für jeden weißen Fleck auf einem Blatt ein neues Mittel kauft, steuert zwar nicht direkt auf einen Konkurs zu, sammelt aber innerhalb weniger Jahre eine Kiste voller halb verbrauchter Flaschen an.

Wann Eingreifen tatsächlich nötig ist

Handlungsbedarf besteht, wenn junge Pflanzen im Wachstum gebremst werden oder ein Befall sich innerhalb weniger Tage über mehrere Pflanzen ausbreitet. Einzelne angefressene Blätter an einer kräftigen Staude im Juli sind dagegen normal und ohne Folgen für die Ernte. Ein Blick alle zwei bis drei Tage genügt dafür vollkommen.

Was ein entspannter Blick aufs Beet verändert

Der Garten sieht heute weniger makellos aus als in den ersten Jahren. Löcher in Kohlblättern, ein paar Läuse an den Kapuzinerkressen und gelegentlich eine angefressene Hosta gehören dazu. Gleichzeitig sind die Ernten stabiler geworden, weil kein einzelner Befall mehr die gesamte Kultur bedroht und sich Gegenspieler von selbst einstellen. Auch der Materialverbrauch ist zurückgegangen, da Schneckenzaun und Blühstreifen einmalige Anschaffungen bleiben. Der Zeitaufwand ist ebenfalls gesunken, weil regelmäßige Kontrolle weniger Arbeit macht als eine Notaktion im Juli. Augustin Rauch hat Erfahrungen aus mehreren Saisons gesammelt und würde Neueinsteigern vor allem raten, das erste Jahr als Beobachtungsjahr zu behandeln. Wer den Garten arbeiten lässt, statt ständig einzugreifen, hat am Ende mehr davon, findet Augustin Rauch.

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